Wenn Smartphone-Nutzer ihre eigenen Ampeln bekommen

Wer viel in der Stadt unterwegs ist, dem wird sicherlich eines aufgefallen sein: Immer mehr Menschen – besonders junge Leute – gucken lieber auf ihr Smartphone statt auf den Straßenverkehr zu achten. Das kann verheerende Folgen haben. Übersieht der Handy-Nutzer beispielsweise eine Straße oder eine rote Ampel, kann es zu folgenschweren Unfällen kommen. Damit soll jetzt Schluss sein. Anhand eines Pilotprojekts in den Städten Köln und Augsburg werden jetzt so genannte „Bodenampeln“ erprobt. Sie sollen Smartphone-Gucker auch dann warnen, wenn diese sich im Straßenverkehr intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigen.

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Bodenampeln schützen ab jetzt die Smartphone-Nutzer an ausgewählten Stellen in Köln und Augsburg.

Eine Studie, die im Namen der Sicherheitsorganisation Dekra durchgeführt wurde, lieferte nämlich jüngst erschreckende Erkenntnisse. In sechs europäischen Hauptstädten wurde untersucht, wie viele Fußgänger ihr Handy auch im Straßenverkehr nutzen. Insgesamt wurden 14.000 Passanten beobachtet, von ihnen chatteten 8 % beim Überqueren der Straße, 2,6 %  telefonierten und weitere 1,4 % taten sogar beides gleichzeitig. 5 % hatten außrerdem Kopfhörer im Ohr.

Im schlimmsten Fall können diese einfachen Dinge allerdings über Leben und Tod entscheiden. Es liegen bereits zahlreiche Fälle vor, in denen Fußgänger, von ihrem Handy abgelenkt über Bahngleise oder Straßen liefen und von Auto oder Tram erfasst wurden. Um dem entgegenzuwirken, soll jetzt die Eignung von so genannten „Bodenampeln“ in den Städten Augsburg und Köln erprobt werden. Dabei handelt es sich um rot-farbende Lichtleisten im Boden, die auch für abgelenkte Handynutzer ersichtlich sind.

Dieses System könnte einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten. Dabei muss man jedoch auch berücksichtigen, dass die Anlagen nicht besonders preiswert sind und sie die Unachtsamkeit evtl. noch verstärken, wenn sich einige dann nur noch auf die neue Hilfe verlassen würden. Wie es sich letztendlich wirklich entwickelt und ob es überhaupt vermehrt Anwendung findet, wird sich also noch zeigen.

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